Kunst- und Kulturverein Loretto

Kultur(Geschichte) und Kurioses in und um Loretto

Auf Facebook, Instagram und auch hier sammeln wir Beiträge und sind gerne offen auch für euer Wissen!

Ornamentales

Im Erdgeschoß des Klosters von Loretto befinden sich 31 frühbarocke, um 1700 entstandene Stuckkartuschen in weißer und rötlich-ockerfarbener Farbgebung. Die ovalen, individuell gestalteten Stuckrahmen dienten einst der Umrandung von Gemälden mit Szenen aus dem Leben von Heiligen des Servitenordens, die heute nicht mehr erhalten sind. Inschriftenfelder unterhalb der Bildöffnungen beschreiben die ursprünglichen Darstellungen. Der vielfältige Dekor umfasst geschwungene Voluten, Roll- und Muschelformen, Blätter, Früchte, Tiere, Blumen sowie Putti, Engelsköpfe, Flügel und Schleifen. coSchmiedbauer

Alltägliches

Dieser historische Grundriss zeigt die weitläufige Sakralanlage der Serviten auf Erdgeschossebene im 18. Jahrhundert. Neben Kirche, Kreuzgang und Gnadenkapelle sind ausgedehnte Hof- und Gartenflächen zu erkennen. Auch Wirtschaftsgebäude und Wohnräume gehörten zur Anlage. Eine Wachskammer, eine Fleischbank und Stallungen sind ebenso wie die Druckerei verzeichnet. Der Plan macht deutlich: Das Kloster war nicht nur ein Ort des Gebets, sondern ein eigenständiger Lebensraum in dem Spiritualität, Alltag und Versorgung eng miteinander verbunden waren. coKunsthistorisches Institut des Bundesdenkmalamtes

Versorgendes

Das ehemalige Wirtschaftsgebäude ist ein wichtiger Teil des historischen Klosters von Loretto. Vermutlich entstand es beim Wiederaufbau nach den Zerstörungen 1683 unter Fürst Paul Esterházy. Historischen Grundrissen nach beherbergte das Gebäude einst Stallungen, darüber befand sich ein Schüttboden. Das Bauwerk diente damit der Versorgung des Klosters und war eng mit dem landwirtschaftlichen Alltag verbunden. Von den einst mehreren klösterlichen Wirtschaftsgebäuden – darunter Speicherhaus, Gärtnerhaus und Glashäuser – ist dieses das einzige erhaltene klösterliche Nutzgebäude in Loretto. Heute wird es als Depot verwendet. coSchmiedbauer

Verpestetes II

Ebenso der Pest ist die erste Seitenkapelle auf der rechten Seite der Basilika gewidmet. Erbaut wurde der Altar 1651–1659, gestiftet von den adeligen Eheleuten Bernadovich. Das Altarbild stellt die hl. Dreifaltigkeit mit den Pestheiligen Sebastian, Rochus, Rosalia und Benno dar. Im unteren Bildbereich erkennt man die Darstellung der Schlösser Pottendorf, Seibersdorf, der Wallfahrtskirche Loretto im ursprünglichen Zustand um 1700 und der Ruine der Burg Hornstein. coStöffelbauer

Verpestetes

Am Anger nahe der Bäckerei befindet sich die Sebastiansäule. Nachdem im Jahre 1679 rund 80 Einwohner von Loretto an der Pest gestorben waren, gelobte die Gemeinde, zu den Gedenktagen der Heiligen Sebastiani, Rochus und Rosalia jedes Jahr eine Messe abzuhalten und eine neue Steinsäule zu erbauen. Noch heute sieht man die Pestpatrone Rochus, Rosalia, Karl Boronmaeus und Bischof Birminius am Plateau stehen. Aus deren Mitte erhebt sich die runde Säule, oben an auf der Spitze mit der Figur des heiligen Sebastian, welcher der Schutzpatron für Polizisten, Soldaten und Schützen, als auch gegen Seuchen, Pest und Krankheiten ist. coStadlerBwag

Gastfreundliches

Jeden 3. Sonntag im September findet der Kroatische Kirtag im Rahmen der Marienwallfahrt nach Loretto statt. Der Seniorchef vom Gasthof Graf, Herbert Graf, erinnert sich an Früher. In seiner Kindheit in den 60er-Jahren sind das gesamte Wochenende über Menschen aus dem ganzen Bundesland und darüber hinaus nach Loretto gepilgert. Das Gasthaus hatte rund um die Uhr also 24h offen und hat die Pilgernden versorgt. Über 100 Menschen haben in den Sälen und Stuben des Wirtshauses (auch am Boden) genächtigt, um am nächsten Tag an der Messe teilnehmen, und dann wieder heimpilgern zu können. coStöffelbauer

Überliefertes

Die Hofformen in Loretto sind vorwiegend Schmal- und Streckhöfe. Vereinzelt finden sich auch Hakenhöfe mit ihrer charakteristischen L-Form wieder. Besonders markant sind die historischen Rundbogenportale mit ihren Schlusssteinen, die Hinweise auf die einstige Nutzung der Höfe geben. Symbole wie Kipferl, Brezel und Brotlaib verweisen beispielsweise auf das Bäckerhandwerk. Häufig finden sich auf den Schlusssteinen zudem Initialen, die auf die Namen der einstigen Besitzer hinweisen. Jahreszahlen geben meist Auskunft über die Errichtung des Hofes oder die Erneuerung des Portals. coSchmiedbauer

Symbolisches

Die Beschreibung des Gemeindewappens Lorettos „In Blau aus goldenem Schildfuß wachsend eine zweitürmige goldene Kirche, überhöht von einer schwebenden goldenen Blätterkrone“ könnte wie folgt interpretiert werden: Die Farbe Blau wird in der Lehre der Wappen (Heraldik) mit Beständigkeit und Glauben verbunden. Außerdem scheint es, als wäre die Kirche mit ihrem Untergrund (Schildfuß) verbunden, was einerseits auf die Materialien (Kalksandstein aus Loretto) und andererseits auf die Anfänge von Loretto schließen könnte. Die schwebende Blätterkrone kann auf die besondere Bedeutung Lorettos als Marienwallfahrtsort hindeuten. coGemeindeLoretto

Wiedergefundenes

In der im Volksmund sogenannten „Schwarzen Kuchl“, im hinteren Bereich der Gnadenkapelle gegenüber des Gnadenbildes, kann man über eine Ausnehmung im rückwärtigen Wandbereich ins Innere des Gnadenaltars blicken. In diesem Hohlraum liegt auf Schotter gebettet die über 350 Jahre alte barocke Madonnenstatue aus Leithakalk. Sie wurde bei Restaurierungsarbeiten in der Gnadenkapelle im Jahre 2016 zufällig gefunden. Um die originale historische Bemalung (Farbfassung) der Madonna vor Berührungen zu schützen, wurde ein Holzgitter an der Wandöffnung befestigt. coSchmiedbauer

Mütterliches

Pietà bedeutet Frömmigkeit oder Mitleid und zeigt die trauernde Maria oder Schmerzensmutter (Mater Dolorosa). Die Pietá in Loretto steht am Anger vor dem Eingang zur Basilika. Die Skulptur stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jhdts, der Erbauer ist nicht bekannt. coStöffelbauer

Gegründetes

Mit Gründung der Diözese Eisenstadt 1960 wurde das Kloster Loretto dem Orden der Oblaten der Jungfrau Maria übertragen. Die Statue vor dem Klostereingang zeigt den in Italien geborenen Gründer des Ordens Bruno Lanteri (1759-1830). Die Inschrift seiner Tafel MARIAM COGITA, MARIAM INVOCA bedeutet DENK AN MARIA, RUF ZU MARIA. coStöffelbauer

Brandgefährliches

Im Jahr 1683 fielen die Türken über Loretto her und steckten die Kirche, das Kloster und mehrere Häuser in Brand. Die heute am östlichen Ende des Angers befindliche Dreifaltigkeitssäule, auch Floriani-Säule genannt, wurde im Jahr 1734 nach den vielen Gefahren des Feuers von der Gemeinde erbaut, um um Schutz vor weiteren Bränden zu ersuchen. Danke auch jetzt noch allen Floriani-Jüngern für euren Einsatz! coStöffelbauer

Arbeitsames

In Loretto wurde seit dem 17. Jahrhundert in mehreren kleinen Steinbrüchen Kalksandstein abgebaut. Die Steine daraus finden sich in der Basilika, dem Kloster, aber auch in zahlreichen Prunkbauten der Wiener Ringstraße. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der größte Steinbruch im Wald südlich des Klosters von Steinmetzmeister Heinrich Cerny gekauft, welcher damals damit 15 Arbeitsplätze im Ort sicherte. coLeeb

Augenscheinliches

Das ELISABETH-BRÜNDL in Loretto ist gekrönt von der barocken Statue der hl. Elisabeth, welche die Patronin der Kranken und Bedürftigen ist. Der Brunnen befand sich bis vor ca. 50 Jahren etwas nördlich der heutigen Feuerwehr, und dem Wasser wurden heilende Kräfte bei Augenleiden nachgesagt. Heute steht der Brunnen links vor der Basilika, und der Wassermeister kümmert sich gut um das Ortswasser, welches nun an den Brunnen angeschlossen ist. coStöffelbauer

Diabolisches

Südlich der Waldrandsiedlung befindet sich im Wald das TEUFELSLOCH. Die Höhle entstand durch den Abbau von Kalkgestein. Im Zweiten Weltkrieg konnten sich hier während der Russenbesatzung Frauen und Kinder vor Übergriffen verstecken. coStöffelbauer

Gschmackiges

Der Ausspruch Den Löffel abgeben steht für sterben. In frühen Zeiten hatte jede Person einen eigenen Holzlöffel, oft wurde der auch an einer Schnur gebunden um den Hals getragen. Erst mit dem Tod wurde der Löffel abgenommen.

Animalisches

Der Ausspruch Das passt auf keine Kuhhaut stammt aus dem Mittelalter. Bevor man auf Papier geschrieben hat, wurde Pergament verwendet, welches ursprünglich aus Tierhäuten hergestellt worden ist. Die Menschen glaubten, dass der Teufel die Sünden einer Person auf einer Tierhaut protokollierte, zumeist auf Ziegen- oder Schafshaut. Besonders umtriebige Menschen benötigten eine größere Schreibfläche, etwa die Haut einer Kuh. Und wenn selbst diese nicht mehr ausreichte, handelte es sich wohl um eine ausgesprochen umfangreiche Vitae. coStöffelbauer

Bewegendes

Die Kapelle wurde unter Nadasdy nach hinten an ihren heutigen Platz versetzt, und der Bau der Kirche am 2.7.1651 gestartet. Genau 8 Jahre später, am 2.7.1659 wurde die Kirche in Anwesenheit von 20.000 Gläubigen feierlich eingeweiht. Und so viele Menschen kommen auch jedes Jahr am 15.8. zum Kirtag nach Loretto! coStöffelbauer

Hingerichteter

Der Bau der heutigen Kirche wurde durch Graf Franz III. Nadasdy 1651 bewerkstelligt. Nach der Genesung einer schweren Krankheit bedankte er sich durch diese Tat bei der Jungfrau Maria. 1666 trat Nadasdy einem Geheimbund bei, welcher gegen die Herrschaft von Kaiser Leopold I. von Habsburg rebellieren wollte. Die Rebellion 1670 wurde schnell niedergeschlagen und Nadasdy 1671 nach seiner Festnahme in Pottendorf vor dem alten Rathaus in Wien enthauptet. Angeblich traf der Scharfrichter erst beim 7. Hieb.

Doppelgängerin

Im Zuge der Türkenkriege verbrannten 1683 Kirche, Kapelle und Kloster. Die schwarze Madonna war verschwunden und kehrte erst Jahre später wieder an ihren Platz zurück. So wurde 1683 eine 2. schwarze Madonna angefertigt, die heute noch in der Gnadenkapelle zu sehen ist. coStöffelbauer

Berührendes

Die schwarze Madonna der Basilika hat Freiherr Hans Rudolf von Stotzingen für die erste Wallfahrtskapelle anfertigen lassen. Im Zuge einer Pilgerreise ins italienische Loreto wurde diese Statue dann durch die Berührung mit dem dortigen Original „heilig“. coStöffelbauer

Herzliches

Diesmal in der Augustinerkirche (Nähe Albertina), wo das Vorbild der 1. Lorettaner Wallfahrtskapelle, die Loretokapelle, als Herzgruft der Habsburger besondere Bedeutung erlangte. Noch heute sind in der Kapelle 54 unterschiedliche Urnen mit Herzen von Herrschenden aus der Habsburgerdynastie (1273-1918) zu sehen. coStöffelbauer

Schmerzliches

Im Jahr 1644 wurde vom Freiherrn Hans Rudolf von Stotzingen am Vorplatz der heutigen Basilika, wo sich heute die Mariensäule „ Mater Dolorosa“ (bedeutet schmerzerfüllte Mutter) befindet, eine Wallfahrtskapelle errichtet. Klostergebäude und Kirche folgten erst später. Als Vorbild für die erste Kapelle galt die Loretokapelle der Wiener Augustinerkirche. coStöffelbauer

Römisches

Auf den Kreinäckern (vom Friedhof Richtung Leithaprodersdorf) stand zur Römerzeit (Christi Geburt bis 400 nach Chr.) ein Gutshof (Villa Rustica). Auch davon sind noch Fragmente und Fundstücke in der Gemeinde zu sehen. coStöffelbauer

Steiniges

Die ältesten historischen Funde in Loretto stammen aus der Jungsteinzeit (10000 v. Chr. – 2200 v. Chr.). So wurden auf dem Ried "Ochsenstand" (westlich vom Tennisplatz) Steinbeile einer Bauernsiedlung gefunden. Weitere Funde aus Epochen v. Chr. zeugen von einem Gräberfeld mit 135 Bestattungen mit zahlreichen Grabbeigaben. Einige Fundstücke können am Gemeindeamt besichtigt werden. coStöffelbauer

Kriminalistisches

Der Briefbomben-Attentäter Franz Fuchs versetzte in den 90er Jahren ganz Österreich in Angst. Ein Ermittlungsansatz damals war die Verwendung von 7 Schilling Marken welche die Basilika von Loretto abbildeten, die der Attentäter für die Briefbomben verwendete. coPolizei/BMI

Jahresringe

Vor 350 Jahren herrschte in Frankreich der Sonnenkönig Ludwig XIV, komponierte Vivaldi die 4 Jahreszeiten und war Barock in Mitteleuropa angesagt. Und genau zu dieser Zeit wurden die alten Linden in Loretto gepflanzt, die sind nämlich auch schon 350 Jahre alt. coStöffelbauer

Wienliebe

Schon gewusst, dass auch in der Wiener Karlskirche ein Stück Loretto steckt? Der Lorettaner Richter und Steinmetz Johann Georg Deprunner (gest. 1740) fertigte die Tamboursäulen der Kuppel aus Steinen aus Loretto. Er wirkte auch am damaligen Neubau von Schloss Schönbrunn mit. coStöffelbauer

Resilientes

Der Dorfanger wurde in frühen Tagen rege bewirtschaftet. So tummelten sich Enten, Hühner, Gänse und anderes Nutzvieh der angrenzenden Häuser darauf. Die Wiese erhielt dadurch besondere Pflege und Düngung, wodurch sich der Rasen speziell entwickeln konnte. Er gilt als besonders resistent gegen Trockenheit und Kälte mit guter Regeneration und wurde deshalb gezielt vermehrt. Noch heute kann man das „Loretta Saatgut“ in den Märkten kaufen. coStöffelbauer

Steinreiches

Sein Haus aus Steinen zu erbauen galt früher als Privileg der Reichen. STEINREICH, auf das sich der Ausdruck bezieht, waren damals nur wenige, zumeist konnten sich die Bürger nur Behausungen aus Lehm und Holz leisten. coStöffelbauer

Kratzfestes

GERADE NOCH DIE KURVE KRATZEN kann man in Loretto direkt vor der Basilika. Der Ausspruch stammt aus dem Mittelalter und bezieht sich auf den Schutzstein, hier am Fuße des Rundbogens. Um Hausecken und Baulichkeiten vor Beschädigungen durch Wagenräder und Fuhrwerke zu schützen, wurden diese angebracht und finden sich noch heute an vielen Stellen im Ort, etwa auch in der engen Durchfahrt vom Anger Richtung Friedhof.
coStöffelbauer

Verbundenes

ZIRKEL und WINKEL deuten in ihrer Symbolik auf die Loge der Freimaurer hin. Diese Symbole stehen unter anderem für Gemeinschaft, moralische Werte, Geradlinigkeit und Ehrlichkeit. In früheren Zeiten, gerade als die Walz unter den Zünften noch weit verbreitet war, deuteten vielfach Schilder und Mauersteine auf die Bewohner hin, in diesem Fall auf die Tischlerei, da auch ein Hobel darunter ist. So ist obiger Stein in der Fassade an Hauptplatz 1 in Loretto heute noch Zeuge dieser Zeit bzw. wurde er aufgrund der Datierung wohl so weiter übertragen.
coStöffelbauer

Spruchreifes

Der Ausspruch ES BRENNT MIR UNTER DEN NÄGELN stammt ebenso aus dem Mittelalter. In früheren Zeiten befestigten sich Mönche Kerzen auf den Daumennägeln, um im Gebetsbuch lesen zu können. Dauerte die Messe zu lange, galt es sich zu beeilen um sich nicht zu verbrennen. Noch heute steht der Ausdruck für gebotene Eile.